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Die Schönhagener Mühle in Schönhagen (Stadt Pritzwalk) ist nun Mitglied im Partnernetzwerk des Biosphärenreservates Flus

Bei „MAZ – gemeinsam am Tisch“, einer Aktion der MAZ und der Regionalinitiative Prignitz-Ruppin, kam der Kontakt im August 2020 zustande: Die Schönhagener Mühle in Schönhagen (Stadt Pritzwalk) ist nun Mitglied im Partnernetzwerk des Biosphärenreservates Flusslandschaft Elbe-Brandenburg.

Elisa Igersheim, Koordinatorin der Partner des Biosphärenreservates im Unesco-Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe-Brandenburg, übergab bereits im November das Zertifikat über die Partnerschaft an Ronny Krummsdorf von der Schönhagener Mühle. „Wir freuen uns, dass das Bio-Hotel mit angeschlossenem Restaurant unser Netzwerk bereichern wird, denn hier wird Nachhaltigkeit in allen Bereichen groß geschrieben“, betont Elisa Igersheim. Nicht nur im Hotel ist Bio angesagt, auch das Restaurant arbeitet komplett mit Bioprodukten. Um die Region zu unterstützen, werden die Produkte so viel wie möglich aus dem näheren Umkreis bezogen. Die saisonale Karte bietet immer wieder neue kulinarische Genüsse. Von der Regionalität der Karte konnte sich Elisa Igersheim im August beim Vernetzungstreffen der Regionalinitiative Prignitz-Ruppin persönlich überzeugen. Damals, in der Zeit zwischen den Corona-Lockdowns, war die Schönhagener Mühle der erste Gastgeber eines solchen Treffens im Landkreis Prignitz – für Elisa Igersheim war es die Gelegenheit, mit den Betreibern der Schönhagener Mühle, von denen sie schon viel gehört hatte, persönlich in Kontakt zu treten. Das Partnernetzwerk des Biosphärenreservats Flusslandschaft Elbe-Brandenburg existiert seit zehn Jahren, ist länderübergreifend und umfasst auch Partner in Sachsen- Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern.

Allein in Brandenburg existieren 18 solcher Partnerschaften. Das Netzwerk verbindet nachhaltig produzierende Akteure verschiedener Branchen. Die Partner arbeiten in und mit der Region und identifizieren sich mit dem Biosphärenreservat und dem Schutz der Kulturlandschaft. Für den  brandenburgischen Teil des Biosphärenreservates gilt der gesamte Landkreis Prignitz als Einzugsgebiet für Netzwerkmitglieder. Besonders stark vertreten sind gastronomische und touristische Betriebe. Da passt die Schönhagener Mühle gut hinein: Seit 2014 betreiben Ronny und Thomas Krummsdorf die Einrichtung, zuerst als Bistro und seit August 2019 als Bio-Hotel mit Restaurant und einem neu eröffneten Wellnessbereich mit Tageslichtsauna. Es gibt einen abschließbaren Fahrradschuppen mit Ladesäule für E-Bikes, die von der eigenen Photovoltaikanlage gespeist wird. Auch eine Ladesäule für E-Autos ist vorhanden.

Mit dem hauseigenen Tesla kann man sich, wenn auch nicht derzeit im Corona-Lockdown, zum Von Bernd Atzenroth Essen im Restaurant abholen lassen. Auch eine Spritztour mit dem Siebensitzer ist möglich.

Die Partnerschaft erstreckt sich seit dem 8. Januar obendrein auf einen weiteren Bereich: Die Mühle hat jetzt ein Zertifikat in Sachen Barrierefreiheit und ist damit beim Portal „Reisen für alle“ gelistet. Das heißt: Die Mühle ist dort Mitglied und der Lizenznehmer ist das Biosphärenreservat.

Dieser Einstufung ging eine intensive Prüfung voraus, wie Ronny Krummsdorf erklärt. Denn es ging darum festzustellen, dass die Schönhagener Mühle auf Reisende mit Handicap, egal welcher Art dies auch sein mag, eingestellt ist. So müssen Sehbehinderte auch beim Treppensteigen die Stufen gut erkennen und unterscheiden können. Und Rauchmelder müssen im Ernstfall hör- wie sichtbar sein, um nur einmal zwei Beispiele zu nennen. Am Ende der Prüfung stand ein 56- seitiger Bericht mit dem Ergebnis:

„Wir erfüllen die Mindestbedingungen“, sagt Ronny Krummsdorf. „Im Bereich Barrierefreiheit ist die Schönhagener Mühle bestens ausgestattet“, findet auch Elisa Igersheim. Zwei Fahrstühle, die sich in das historische Ensemble gut einfügen, bringen die Gäste in die oberen Etagen.

Als Kooperationspartner im Projekt „Barrierefreie Naturerlebnisangebote als Impulsgeber für den ländlichen Raum“ bringe sich Ronny Krummsdorf aktiv in die Region zum Thema Barrierefreiheit ein.

Schade finden es die Betreiber, dass all dies während des Corona- Lockdowns ruhen muss. Im Moment gibt es nur mit gewerblichen Gästen einen Hotelbetrieb. Immerhin kommen einige – bis zuletzt wurden sie per Frühstück auf dem Zimmer versorgt. Jetzt ist, unter allen gebotenen Regeln, wenigstens das Frühstück im Gastraum wieder im Angebot. Gleichwohl muss die Mühle, wie allen anderen Anbieter auch, weiter ohne touristische Gäste auskommen, und das Restaurant hat ohnehin geschlossen.

Gerade in Zeiten der Corona- Pandemie sei aber eine gute Vernetzung in der Region von enormer Wichtigkeit, findet Elisa Igersheim. Regionale Lieferketten, direkte Beziehungen zu den Lieferanten und persönliche Kontakte können Betrieben durch die Krise helfen. „Die ganzen kleinen Hofläden sind Gewinner der Pandemie“, weiß sie. Corona führt jedoch leider auch dazu, dass die Netzwerkarbeit vorerst auf Eis gelegt ist. Alle Partner nehmen regelmäßig an Fortbildungsveranstaltungen teil, und in der Regel gibt es einmal jährlich ein Partnertreffen. Ob und wann das ausgerechnet zum zehnjährigen Bestehen möglich ist, kann im Moment niemand genau sagen. In jedem Fall soll der zehnte Geburtstag des Netzwerks gefeiert werden. Wenn es irgendwann Lockerungen gibt, werden wir wieder zusammenkommen“, verspricht sie. Bis dahin müssen aber auch alle Partnerbetriebe wie eben die Schönhagener Mühle noch durchhalten.

Info Weitere Informationen zum Partnernetzwerk findet man unter:

www.flusslandschaft-elbe.de .

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Eintrag veröffentlicht am: 12.02.2021