Reisen für Alle - Deutschland barrierefrei erleben
Das Förderprojekt

Ziele & Nutzen

Hauptziel des Projektes ist, das bundesweit einheitliche Kennzeichnungssystem „Reisen für Alle“ in den nächsten Jahren einzuführen. Künftig sollen alle Reisenden, darunter auch Senioren, Menschen mit einer Behinderung oder Familien mit Kinderwagen und Gepäck, verlässliche Informationen über touristische Anbieter entlang der gesamten Servicekette erhalten und diese für ihre Reiseentscheidung nutzen können.

Dafür entsteht eine umfangreiche Datenbank, die im Internet auf den Seiten der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT) sowie den Seiten der Landesmarketing-Organisationen abgerufen werden kann. Betriebe entlang der gesamten touristischen Servicekette werden nach deutschlandweit einheitlichen Kriterien erfasst, bewertet und zertifiziert. Weitere Ziele sind die Weiterentwicklung und Optimierung des Systems, die Durchführung von zwei Fachkonferenzen sowie verschiedene Sensibilisierungs- und Qualifizierungsmaßnahmen.

 

Hintergrund und Nutzen

Das Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen ist ein weiterer Schritt zur selbstbestimmten und gleichberechtigten Teilhabe behinderter Menschen und zugleich Aufforderung zur Durchsetzung dieser Ziele im Tourismus. Die Bundesregierung strebt in ihren Tourismuspolitischen Leitlinien u. a. die Teilhabe Aller am Tourismus an und möchte das Ideal des barrierefreien Reisens in der gesamten touristischen Leistungskette verankern.

Barrierefreier Tourismus ist außerdem eines der wenigen Segmente mit Wachstum und mit großem ökonomischen Potenzial in Deutschland. So ist Barrierefreiheit für etwa 10% der Bevölkerung unentbehrlich, für 40% hilfreich und für 100% komfortabel. Die demografische Entwicklung, die eine beträchtliche Steigerung der Anzahl älterer Menschen mit sich bringt und somit auch eine wachsende Zahl aktivitäts- und mobilitätsbehinderter Menschen, unterstreicht die Dringlichkeit.

Barrierefreier Tourismus in Deutschland ist daher im Sinne eines qualitativ hochwertigen Tourismus für Alle zu entwickeln. Mit diesem Anspruch soll ein Standard für neue Bewegungsfreiheit, Mobilität, unbeeinträchtigte Aufenthaltsqualität und ein Höchstmaß an Service für Alle (u. a. auch für Senioren, Personen mit vorübergehenden Unfallfolgen) gesetzt werden.

Vor diesem Hintergrund startete 2011 das von DSFT/NatKo initiierte Projekt „Entwicklung und Vermarktung barrierefreier Angebote und Dienstleistungen im Sinne eines Tourismus für Alle in Deutschland“, in dem das Kennzeichnungssystem „Reisen für Alle“ entwickelt wurde. Im Nachfolgeprojekt wird dieses System nun bundesweit eingeführt und weiterentwickelt.